Förderschwerpunkt Sprachförderung
Bereits Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren erlernen Sprachen leicht und nachhaltig, wenn sie regelmäßig in kleinen Gruppen gefördert werden. Voraussetzung ist eine gründliche Fortbildung der Erzieher und Grundschullehrer.
Die gemeinsame Verantwortung für das Kind in seiner Besonderheit tritt bei Übergängen zwischen Bildungsinstitutionen an die Stelle von institutionellen Zuständigkeiten. Eltern, Erzieher und Grundschullehrer arbeiten nun im Sinn des Hessischen Bildungsplanes von 0 - 10 zusammen.
Sprachförderprogramm Zvi Penner
Das Sprachförderprogramm von Dr. Zvi Penner ist breit angelegt und enthält Module für die verschiedenen Entwicklungsstufen. Es kann in der Kita und in der Grundschule angewendet werden. Grundlegend ist der Rhythmus. Jede Sprache hat ihren eigenen unverwechselbaren Rhythmus. Schon im Mutterleib nimmt das Kind den Rhythmus der Sprache der Mutter wahr.
Im Deutschen folgt auf jede betonte Silbe eine unbetonte Silbe. Aus diesem Rhythmus ergeben sich bestimmte strukturelle Gesetzmäßigkeiten, ergibt sich z.B. die Pluralbildung: Besteht ein Wort aus einer einzigen betonten Silbe wie ‚Hund’, so verlangt es im Plural nach einem unbetonten Anhängsel, in diesem Fall –e: ‚Hunde’. Hat es schon eine unbetonte zweite Silbe wie ‚Rose’, so verlangt es nach einer weiteren kleinen Veränderung wie -en, damit Einzahl (die Rose) und Mehrzahl (die Rosen) voneinander unterschieden werden können. Geht das zweisilbige Nomen allerdings mit einem männlichen Artikel einher, wie ‚Kuchen’ oder ‚Schlüssel’, so braucht es keine weitere Veränderung, da der männliche Artikel im Plural die Veränderung anzeigt (der Kuchen, die Kuchen).
Gerade die Pluralbildung muss gut geübt werden, denn in vielen Sprachen unserer Einwanderer gibt es keinen Plural: ‚Fünf Buch’ bzw. ‚fünfmal ein Buch’ drückt ja unmissverständlich dasselbe aus wie ‚5 Bücher’. Jedoch fällt es besonders schwer, etwas zu lernen, wozu es in der eigenen Sprache keine Entsprechung gibt, also in diesem Fall die vielen verschiedenen Formen der Pluralbildung im Deutschen.
Kinder lieben Regeln. Dr. Zvi Penner kann uns viele Regeln nennen und viele erstaunliche Erklärungen geben: Warum werden denn ‚Biene’ und ‚Schiene’ mit –ie geschrieben, ‚Maschine’ aber mit einem einfachen –i ? Bühne mit –h, Tribüne ohne -h? Viele Unterschiede werden erklärlich, wenn man auf den Rhythmus acht gibt.
ZuWachs holt Wissenschaftler und Trainer nach Darmstadt, um Erzieher, Grundschullehrer und Sprachheillehrer gemeinsam fort zu bilden.
ZuWachs unterstützt Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit zwischen den genannten Berufsgruppen im Sinne des ‚Hessischen Bildungsplans von 0 bis 10’.
ZuWachs fördert die Einführung des KonLab Sprachförderprogramms an Kitas und Grundschulen in Darmstadt und Umgebung. ZuWachs macht Einwandererkinder und deutsche Kinder mit Förderbedarf in den Ferien fit.
Veranstaltungen 2010
4. bis 8. Januar
Sprachwerkstatt Teil 2, Thema 'Stromgewinnung'
2. bis 14. August
Sprachwerkstatt Teil 1, Thema 'Wasser' im Landschulheim Lindenfels/Odenwald
Seminare nach der Methode Zvi Penners zweimal wöchentlich fortlaufend ab Anfang November 09 für Kinder der beteiligten Schulen.
Sprachwerkstatt – eine Forschungsreise auf Deutsch
Lehrer beklagen den Leistungs- und Motivationsabfall bei Schülern mit Migrationshintergrund nach den Sommerferien, in denen diese Kinder meist wenig Deutsch sprechen.
‚Sprachwerkstatt’ – war ein im August 2009 erstmals durchgeführtes Projekt für Grundschüler der dritten Klasse, das Dr. Zvi Penner selbst leitete.
In jeweils vier Kleingruppen an zwei Standorten erarbeiteten und erlebten die Kinder das Thema Wasser mit ‚Kapitän Benjamins Reise von der Quelle bis zur Mündung’.
- ‚Erfahrungsfelder’ mit Sprache verbinden: weicher Sand, harte Steine, feuchte Erde, grober Sand, morsches Treibholz, biegsame Haselzweige
- Flussfahrt auf dem Altrhein in Großkanus mit Schwimmweste und verantwortlichem Führer von der TSG
- Besuch der Schiffswerft in Speyer
Download Einladung (Word-Dokument, 552 KB)
Download Konzept (Word-Dokument, 24 KB)
Jede 5er-Gruppe wurde von einem Sprachförderlehrer betreut, der in der Methode Zvi Penners von ihm selbst weitergebildet wurde.
SAT1 Filmbeitrag
www.1730live.de/sendungsarchiv/news/news-details/datum/2009/08/21/sprachfoerderung.html
Kommentar von Frau Prof. Beate Krais:
Liebe Frau Bock,
ich habe mir gerade mit großem Vergnügen den Film angeschaut. Es ist ja
so einleuchtend, genau so den differenzierten Umgang mit der Sprache zu
erlernen - und man fragt sich, warum das nicht schon lange so gemacht
wird ... Denn genau so lernt man ja als Kleinkind das Sprechen in
Familien, in denen viel und differenziert geredet wird, jedenfalls ist
das dann in der Muttersprache so. Vielleicht bedurfte es der
(Zweit-)Sprachprobleme der Migrantenkinder, dass man sich in der Schule
mit dem Problem beschäftigt. Und offensichtlich bedurfte es auch der
Extra-Finanzierung durch Ihre Stiftung. Man kann da nur den Kopf
schütteln.
Herzliche Grüße
Beate Krais
Pressemeldungen Sprachwerkstätten
www.echo-online.de/3/template_detail.php3?id=775861&search_text=Sprachkompetenz
Download PDF (756 KB) Darmstädter Echo 08.08.2009
Download PDF (9 MB) Darmstädter Echo 13.08.2009
Download PDF (4,5 MB) Darmstädter Echo August 2009
Download PDF (256 KB) Schülerbefragung
Download PDF (204 KB) Schülerbefragung Wasser
Download PDF (200 KB) Elternbefragung
Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler der Mornewegschule
Für sechs bis sieben Kinder aus jeder Klasse gibt es an der Mornewegschule eine Hausaufgabenbetreuung durch externe Betreuer der Caritas, die die Kinder direkt nach Schulende in Empfang nehmen, mit ihnen essen und spielen und dann mit ihnen ihre Hausaufgaben erledigen. Pro Tag zahlen die Eltern dafür einen Euro. Die Lehrer bestimmen, welche Kinder diese Hilfe am dringendsten benötigen und stellen die Klassenräume zur Verfügung.
Aber nicht alle Kinder können aufgenommen werden. Es besteht eine Warteliste.
ZuWachs fördert die Hausaufgabenbetreuung.
Förderschwerpunkt Kulturarbeit
ZuWachs fördert Kulturarbeit in Darmstadt, welche zur Gemeinschaftsbildung zwischen Eingesessenen und Eingewanderten beiträgt. ZuWachs meint auch ZUsammen WACHSen, d.h. zusammen arbeiten und erleben.
Die Theatermacher
Der Verein „die Theatermacher“ veranstaltet in Darmstadt nun schon im 3. Jahr Theaterprojekte für ca. 100 Schüler aus Hauptschule, Gesamtschule und Gymnasium. Monatelang proben deutsche Jugendliche und solche mit Migrationshintergrund großes Theater. ZuWachs und Bettina Bock fördern „die Theatermacher“ nun im dritten Jahr.
In 2009 arbeiten "die Theatermacher" zum ersten Mal in Grundschulen. Sie erzählen ein Jahr lang wöchentlich Märchen aus aller Welt. Kopf und Herz der Schüler werden geöffnet für die Deutsche Sprache, und die anregende vielfältige Welt der Märchen, in der die existenziellen Fragen des Menschseins thematisiert werden.
Link: www.theatermacher.net
Mit Kampfsport gegen Gewalt
Sechzig Jugendliche aus Marokko, Russland und anderen europäischen Ländern trainieren täglich unter Beachtung von Höflichkeitsformen und Verhaltensregeln. Selbstbewusstsein und soziale Umgangsformen werden gefestigt und Aggressionen abgebaut.
Entwicklung und neue Ideen von ZuWachs (Word-Dokument, 32 KB)
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